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Fisch und Seafood sind alles andere als eintönig: Garnelen-Tacos mit knackigem Salat zeigen die kulinarische Vielfalt auf dem Teller.
Fisch und Seafood sind alles andere als eintönig: Garnelen-Tacos mit knackigem Salat zeigen die kulinarische Vielfalt auf dem Teller.

November 2026

Fischwirtschaftsgipfel 2026: FIZ setzt Impulse für mehr Fisch auf deutschen Tellern

Wie lässt sich Fisch stärker im Ernährungsalltag der Menschen verankern? Welche Rolle spielt dabei der aktuelle Proteintrend? Und was können Handel, Gastronomie und Verbraucherkommunikation dazu beitragen? Diese Fragen stellte das Fisch-Informationszentrum (FIZ) beim zehnten Fischwirtschaftsgipfel am 3. und 4. November 2026 in Hamburg in den Mittelpunkt. Als Unterstützer der Veranstaltung gestaltete das FIZ erneut einen zentralen Programmpunkt zum Auftakt der zweitägigen Fachkonferenz, zu der das Fischmagazin mehr als 200 Vertreterinnen und Vertreter aus nahezu 100 Unternehmen, Verbänden und Institutionen eingeladen hatte.

Zwei Tage lang drehte sich auf der zweiten Etage des Empire Riverside Hotels in Hamburg alles um Fisch und Meeresfrüchte. Zwischen Ausstellungsständen und Konferenzräumen kamen Fachleute aus Fischwirtschaft, Handel, Gastronomie und Wissenschaft miteinander ins Gespräch, tauschten Erfahrungen aus und probierten neue Fisch- und Seafood-Produkte. Die Gäste waren aus ganz Deutschland und darüber hinaus angereist – unter anderem aus Bremerhaven, Emden und Norwegen, das in diesem Jahr als Partnerland besonders stark vertreten war. Neben Fachvorträgen und Diskussionen bot der Gipfel damit reichlich Gelegenheit, neue Kontakte zu knüpfen, bestehende Netzwerke zu pflegen und aktuelle Entwicklungen der Branche aus erster Hand kennenzulernen.

FIZ bringt Verbraucherperspektive in den Branchendialog

Mittendrin das FIZ: Mit seinem Diskussionsforum knüpfte der Verein an die erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Veranstalter an. Bereits 2025 hatte das Informationszentrum erstmals einen inhaltlichen Auftakt des Gipfels gestaltet. Die Kooperation verbindet zwei Perspektiven: Während das Fischmagazin die Unternehmen und Entscheidungsträger der Fischwirtschaft anspricht, richtet sich die Informationsarbeit des FIZ insbesondere an Multiplikatoren, wie den Medien, und Verbrauchern. Ziel ist es, Erkenntnisse aus dem Konsumalltag in die Branchendiskussion einzubringen und gemeinsam neue Impulse für die Kommunikation über Fisch zu setzen.

Protein-Boom: Große Aufmerksamkeit, wenig Nachfrage an der Theke

Unter dem Titel „Protein-Boom – welche Rolle spielt Fisch in der Ernährung von morgen?“ diskutierten der Ernährungssoziologe Dr. Daniel Kofahl, Fischsommelier Steffen Euler aus dem Lebensmitteleinzelhandel sowie Fischfachhändler und Gastronom Patrick Schälte über aktuelle Ernährungstrends und die Herausforderungen der Fischwirtschaft. Moderiert wurde das Diskussionsforum von Julia Steinberg-Böthig, Referentin für PR und Kommunikation beim FIZ, die als Ernährungswissenschaftlerin auch die ernährungswissenschaftliche Perspektive einbrachte.

Dabei zeigte sich ein bemerkenswerter Gegensatz: Während proteinreiche Ernährung in sozialen Medien, auf Verpackungen und in der öffentlichen Diskussion allgegenwärtig ist, spielt der Proteingehalt beim Fischkauf bislang offenbar eine untergeordnete Rolle. Aus ihrer täglichen Praxis berichteten Euler und Schälte, dass sich Kunden vor allem für Geschmack, Gräten und die richtige Zubereitung interessieren.

Dabei zählt Fisch zu den eiweißreichen Lebensmitteln. Ein gutes Beispiel ist der Hering: Mit rund 20 Gramm Protein pro 100 Gramm liefert er hochwertiges Eiweiß und darüber hinaus wertvolle Omega-3-Fettsäuren. Je nach Fischart kommen weitere wichtige Nährstoffe wie Jod, Selen und verschiedene Vitamine hinzu.

Dr. Daniel Kofahl ordnete den Protein-Boom als Ausdruck einer Esskultur ein, in der Gesundheit, Leistungsfähigkeit und bewusste Ernährung zunehmend zur persönlichen Selbstdarstellung gehören. Zugleich plädierte er dafür, Fisch nicht allein über einzelne Nährstoffe oder aktuelle Ernährungstrends zu positionieren. Vielmehr gelte es, das Lebensmittel in seiner Gesamtheit zu betrachten und neben seinen ernährungsphysiologischen Vorzügen auch Genuss, Esskultur und Alltagstauglichkeit stärker in den Mittelpunkt zu rücken.

Genuss und Alltagstauglichkeit statt Berührungsängste

Wie lässt sich Fisch also häufiger auf den Speiseplan bringen? Ein zentrales Ergebnis der Diskussion: Verbraucher müssen erleben können, dass Fisch nicht nur gesund und schmackhaft, sondern auch einfach zuzubereiten ist. Die beiden Praktiker auf dem Podium betonten die Bedeutung persönlicher Beratung und anschaulicher Zubereitungstipps. Wer erfährt, wie sich ein Fischfilet unkompliziert braten lässt oder welche Beilagen dazu passen, gewinnt Sicherheit beim Einkauf und beim Kochen. Auch die frühe Begegnung mit Fisch in Familie, Schule und Gemeinschaftsverpflegung wurde als wichtiger Ansatz diskutiert, um langfristig Vertrautheit und Genussfreude zu fördern.

„Der Proteintrend kann ein Türöffner sein. Damit Fisch aber tatsächlich häufiger auf unseren Tellern landet, muss er vor allem schmecken, unkompliziert sein und zu den Lebensgewohnheiten der Menschen passen“, fasst Julia Steinberg-Böthig die Diskussion zusammen. Dabei darf die Vielfalt nicht zu kurz kommen: Neben bekannten Klassikern bieten zahlreiche weitere Fischarten und Zubereitungsformen Möglichkeiten, neue Geschmackserlebnisse zu entdecken. Entscheidend ist, dass Fisch im Alltag überzeugt – durch Geschmack, unkomplizierte Angebote und passende Anregungen für unterschiedliche Lebenssituationen.

Wie sich der Fischkonsum durch gemeinsame Brancheninitiativen fördern lässt, zeigte zudem das Norwegian Seafood Council (NSC) anhand der Projekte „Unser Hering“ und „Smørbrød“. Bei „Unser Hering“ arbeiten drei Unternehmen gemeinsam mit dem NSC daran, insbesondere jüngere Zielgruppen mit zeitgemäßen Rezeptideen und Social-Media-Inhalten für Matjes und Hering zu begeistern. Das Gastronomiekonzept „Smørbrød“ soll darüber hinaus neue Impulse für unkomplizierten Fischgenuss setzen.

Frisch gebackene Fischsommeliers ausgezeichnet

Ein besonderer Höhepunkt des 10. Fischwirtschaftsgipfels war die Auszeichnung der neuen Fischsommeliers 2026. Insgesamt 27 Teilnehmer hatten sich der anspruchsvollen Fortbildung gestellt, 25 von ihnen haben erfolgreich bestanden. Unter den Ausgezeichneten ist auch Julia Steinberg-Böthig, Referentin für PR und Kommunikation beim FIZ in Hamburg.
Bemerkenswert: Julia Steinberg-Böthig ist erst seit knapp drei Jahren in der Fischbranche tätig. Für sie ist die Qualifikation ein wichtiger Schritt, um ihre Arbeit beim FIZ noch fundierter gestalten zu können. Als neutrale Informationsplattform rund um Fisch und Seafood gehört es zu den zentralen Aufgaben des FIZ, Wissen verständlich, fachlich korrekt und wissenschaftlich fundiert zu vermitteln. Dafür braucht es neben kommunikativen Fähigkeiten vor allem auch fundierte Produkt- und Branchenkenntnisse.

Die Weiterbildung zur Fischsommelière verbindet genau diese Kompetenzen: Sie vermittelt umfassendes Wissen über Fischarten, Herkunft, Verarbeitung, Qualität, Sensorik und Zubereitung. Damit schafft sie eine wichtige Grundlage, um die Vielfalt von Fisch und Seafood authentisch zu kommunizieren.
Die IHK-zertifizierte Fortbildung wird seit 2017 angeboten. Mit dem aktuellen Jahrgang gibt es deutschlandweit inzwischen 220 Fischsommeliers, die ihr Wissen und ihre Leidenschaft für Fisch in Handel, Gastronomie, Verarbeitung und Kommunikation einbringen.

Der Fischwirtschaftsgipfel zeigte damit, wie eng die Zukunft der Branche mit Fragen der Innovation, Zusammenarbeit und Verbraucheransprache verbunden ist. Für das FIZ bleibt dabei eine zentrale Aufgabe, Wissen über Fisch verständlich zu vermitteln, Berührungsängste abzubauen und Lust auf mehr Fischgenuss zu machen.