Hamburg, 24.4.2015; Ab Mai geht es auf vielen Tellern wieder rund und in vielen Restaurants und in den Fischabteilungen und -geschäften werden die Maischollen beworben. Echte Fischkenner üben sich jedoch noch ein wenig in Geduld, denn sie wissen, dass die Schollen im Laufe des Sommers sogar noch besser schmecken.
Die „Mai-Scholle" verdankt ihren Ruf wohl einer historischen Gegebenheit. Früher,  fuhren die Fischer oft erst ab Ende April wieder raus zu ihren Fanggründen in der Nord- und Ostsee und brachten als erste Fänge Schollen mit an Land und es kam endlich wieder frischer Seefisch auf den Teller.
Aus dieser „Not“ heraus nahm man auch in Kauf, dass die Schollen im Mai noch vielfach von kleiner Größe und nicht von bester Qualität sind: Schollen laichen zwischen Januar bis Anfang April, der genaue Zeitpunkt ist abhängig von Seegebiet und Wassertemperatur. Direkt nach dem anstrengenden Ablaichen sind die Schollen so erschöpft, dass ihr Fleisch eher wässrig, fade und ausgelaugt schmeckt. Etwa ab Mai, nach dem Ablaichen, beginnen die Schollen sich zu erholen und die Fleischqualität verbessert sich weiter. Selbst im Oktober, wenn schon wieder Rogen und Milch gebildet werden, ist die Qualität besser als bei einer frühen Maischolle. Viele Fischkenner achten auf diesen jahreszeitlichen Zyklus und lassen sich im Mai z. B. Lachs zum Spargel schmecken.
Scholle eignet sich wunderbar als ganzer gebratener Fisch, als „Finkenwerder Art“ oder nur leicht in Butter gebräunt. Aus den zarten Filets lassen auch feinere Gerichte zubereiten. Z. B. lässt man die zarten Schollenfilets in einem Sud aus Apfelwein und Butter ziehen und genießt sie dann mit einem feinen Honig-Gurkensalat.
Aktuelle Informationen zum Zustand der Schollenbestände in Nord- und Ostsee finden Sie unter www.fischbestaendeonline.de.

 

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