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Nomad Foods Group Sustainability Manager

Februar 2026

„Kontext macht aus einer Zahl eine Orientierung“ – Oliver Spring über CO₂e-Fußabdrücke

Klimabilanzen, Product Carbon Footprints, wissenschaftsbasierte Reduktionsziele – die Begriffe sind in aller Munde. Doch was bedeuten sie konkret? Und vor allem: Was sagen diese Zahlen wirklich aus? Beim FIZ Wissen+ Seminar am 19. März gibt Oliver Spring, Group Sustainability Manager bei Nomad Foods, Antworten aus der Unternehmenspraxis.

Der gelernte Betriebswirt kennt das Unternehmen von vielen Seiten. Bei Iglo durchlief er verschiedene Stationen – vom Verkauf über Controlling und Customer Service bis hin zum internationalen Projektmanagement. Zunächst als internationaler Projektmanager im Nachhaltigkeitsbereich fand er dann zu seinem heutigen Schwerpunkt und spezialisierte sich auf Treibhausgase sowie Meeres- und Fischnachhaltigkeit.
Heute verantwortet Spring bei Nomad Foods zwei zentrale Bereiche: Einerseits die Nachhaltigkeit von Fisch und Meeresfrüchten, etwa durch MSC- und ASC-Zertifizierung. Andererseits die Strategie zur Reduktion der Treibhausgasemissionen. Er erstellte die erste Klimabilanz (Corporate Carbon Footprint) des gesamten Unternehmens für 2015, leitete eine Umweltstudie (Life Cycle Assessment) mit mehr als 22 wichtigen Produkten und entwickelte wissenschaftsbasierte Klimaziele, die zweimal von unabhängigen Experten des SBTi (Science Based Targets initiative) geprüft und bestätigt wurden.

Die Spannung zwischen Theorie und Praxis

„In der Theorie lassen sich die meisten Treibhausgase schon jetzt vermeiden“, sagt Oliver Spring. „In der Realität braucht es dafür aber eine Verhaltensänderung auf nahezu allen Ebenen – bei Unternehmen, in Lieferketten und bei Verbraucherinnen und Verbrauchern.“ Die eigentliche Herausforderung? Der Weg von theoretischer Machbarkeit zu  praktischer Umsetzbarkeit und Schritt für Schritt Lösungen entwickeln, die tatsächlich funktionieren.

Kontext macht aus einer Zahl eine Aussage

Besonders am Herzen liegt Spring die richtige Einordnung von CO₂e-Fußabdrücken. „Eine Zahl allein sagt zunächst wenig aus – weder über die Qualität ihrer Erhebung noch über ihre Bewertung.“ Entscheidend sei der Kontext: Wie wurde ein Product Carbon Footprint erhoben? Wie schneidet er im Vergleich zu Alternativen ab? Liegt er innerhalb der planetaren Grenzen? Der große Wert solcher Analysen liege woanders: „Sie machen relevante Emissions-Hotspots sichtbar und helfen damit, gezielt dort zu reduzieren, wo es den größten Effekt hat.“

In der Praxis begegnen ihm dabei immer wieder dieselben Missverständnisse. Viele glauben, Emissionen in Verbindung mit Transport oder Verpackungen seien die wichtigsten Faktoren – häufig ein Trugschluss. Gleichzeitig sind fehlende Datenqualität und mangelndes Wissen über Klimawissenschaft wiederkehrende Stolpersteine.

Erkenntnisse teilen, Orientierung schaffen

„Unsere Life Cycle Studie hat einige neue Erkenntnisse aufgezeigt und wichtige Vermutungen bestätigt“, berichtet Spring. „Diese Ergebnisse sind wertvoll genug, um sie zu teilen und zu diskutieren – nicht nur intern, sondern auch mit Partnern entlang der Wertschöpfungskette.“ Genau das ist ihm wichtig: Orientierung schaffen, nicht nur für das eigene Unternehmen, sondern für die gesamte Branche.

Im Seminar zeigt Oliver Spring anhand konkreter Beispiele, worauf es ankommt: Alaska-Seelachs, Atlantischer Kabeljau, Seehecht, Zuchtlachs – ob als Fischstäbchen oder Naturfilet. Welche Treibhausgasemissionen sind mit diesen Produkten verbunden? Und wie lässt sich eine gute Ernährung mit den Erkenntnissen der Klimawissenschaft vereinbaren?

Das Seminar richtet sich an alle, die sich intensiv mit Fisch und Meeresfrüchten auseinandersetzen – beruflich oder privat. Wer verstehen möchte, wie sich Treibhausgasbilanzen zusammensetzen, wer an nachhaltiger Ernährung interessiert ist und fundiertes Hintergrundwissen entlang der Wertschöpfungskette sucht, ist hier richtig.

Mehr Informationen und Anmeldung zum Seminar gibt es hier.