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Dr. Daniel Kohfahl

Juli 2026

Forschung für den Fisch von morgen – Prof. Carsten Schulz über nachhaltige Aquakultur und die Herausforderungen des Klimawandels

Während wilde Fischbestände weltweit unter Druck stehen, wächst kaum eine Branche der Lebensmittelproduktion so dynamisch wie die Aquakultur. Sie gilt vielen als Schlüssel zur Ernährungssicherheit von morgen – vorausgesetzt, sie wird ökologisch klug gestaltet. Genau an dieser Schnittstelle forscht Prof. Dr. Carsten Schulz: Als Professor für Marine Aquakultur an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und Leiter des Bereichs Aquakultur und Aquatische Ressourcen am Fraunhofer IMTE in Büsum verbindet er Grundlagenforschung mit angewandten Fragen zu Fischernährung, -haltung und -gesundheit – immer mit Blick darauf, wie sich Aquakultur mit der Umwelt statt gegen sie entwickeln lässt.

Im Vorfeld des FIZ Wissen+-Seminars am 15. September in Hamburg hat Prof. Schulz einige Fragen zu seiner Forschung und seiner Motivation beantwortet.

Was fasziniert Sie persönlich an der Aquakulturforschung?
„Die Nutzung unserer aquatischen Ressourcen für unsere Ernährung fasziniert mich seit meiner Jugend. Die fachliche Breite und die abwechslungsreichen Themenwelten, die uns dabei begegnen, begeistern mich immer wieder.“
Diese Breite zeigt sich auch in seiner aktuellen Forschung: Sie fragt nicht nur, wie Fisch produziert wird, sondern auch, was diese Produktion mit der Qualität des Lebensmittels macht.

Welche Entwicklung in der Aquakultur finden Sie derzeit besonders spannend?
„In unserer Forschung beschäftigen wir uns mit der Bereitstellung von gesunden Lebensmitteln aus dem Wasser. Der Einfluss der Haltung auf die diätetische Fischqualität für den Menschen ist dabei für mich besonders spannend.“
Damit rückt eine Frage in den Fokus, die über den Teller hinausweist: Aquakultur ist nicht nur Produktionsmethode, sondern direkt mit der Ernährung und Gesundheit der Konsumenten verknüpft – ein Zusammenhang, der in der öffentlichen Debatte oft zu kurz kommt.

Welches Thema wird die Branche in den kommenden Jahren Ihrer Ansicht nach besonders beschäftigen?
„Besonders herausfordernd erscheint aktuell die Anpassung unserer Aquakultursysteme an den Klimawandel.“
Eine Einschätzung, die den Handlungsdruck der Branche auf den Punkt bringt: Steigende Wassertemperaturen, veränderte Niederschlagsmuster und häufigere Wetterextreme sind Entwicklungen, mit denen sich etablierte Haltungssysteme zunehmend auseinandersetzen müssen. Wer heute in Aquakultur investiert, muss die Systeme von morgen mitdenken. Genau diese Perspektive – von der Forschung in die Praxis – prägt auch das Programm des FIZ Wissen+-Seminars. Neben Prof. Carsten Schulz bringen zwei weitere Referenten ihre Expertise ein: Arndt von Danwitz, Berater für Kreislaufanlagen in der Salmonidenzucht, liefert den Blick aus der unternehmerischen Praxis der Aquakultur, während Tobias Haug vom Aquaculture Stewardship Council (ASC) die Marktperspektive auf Zertifizierung und Nachhaltigkeitsstandards mitbringt. So verbindet das Seminar Wissenschaft, Produktion und Markt zu einem Gesamtbild der Fischbranche von morgen.

Was möchten Sie den Teilnehmern des Wissen+-Seminars unbedingt mitgeben?
„Die Faszination zu den vielfältigen nachhaltigen Nutzungsweisen unserer aquatischen Ressourcen.“

Warum sollten Fachleute aus der Fischwirtschaft diese Seminar auf keinen Fall verpassen?
„Weil es einen hoffentlich spannenden Einblick in die wunderbare Welt der Aquakultur liefert.“

Ein Einblick, der sich lohnt: Wer verstehen will, wie sich die Fischbranche angesichts von Klimawandel und wachsendem Ernährungsbedarf neu erfindet – aus Sicht von Forschung, Praxis und Markt –, bekommt am 15. September in Hamburg direkten Zugang zu drei profilierten Stimmen der Branche.

Mehr Informationen und Anmeldung zum Seminar gibt es hier