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Dr. Daniel Kohfahl

Februar 2026

Ernährung verstehen heißt Wandel verstehen – Dr. Daniel Kofahl im Gespräch

Was wir essen, warum wir essen, wie wir essen – Ernährung ist weit mehr als reine Nährstoffaufnahme. Sie ist kulturell geprägt, sozial verankert und eng mit Fragen von Nachhaltigkeit, Akzeptanz und Klimawirkung verbunden. Beim FIZ & Freunde Wissen+ Seminar am 19. März in Bremen bringt Dr. Daniel Kofahl genau diese Perspektive ein.

Als Soziologe mit dem Schwerpunkt Ernährung beschäftigt er sich seit rund 20 Jahren mit dem Thema. Promoviert an einem naturwissenschaftlichen Fachbereich der Universität Kassel, verbindet er unterschiedliche wissenschaftliche Denkweisen. Seit 2013 leitet er gemeinsam mit zwei Kollegen das Büro für Agrarpolitik und Ernährungskultur APEK Consult. Seine besondere Stärke: komplexe Zusammenhänge rund um Ernährung verständlich, einordnend und reflektierend zu beleuchten.

„Ernährung ist soziologisch und kulturwissenschaftlich hochinteressant“, erklärt Kofahl und führt aus: „Einerseits handelt es sich um eine menschliche Universalie – alle Menschen müssen essen. Andererseits gibt es keine natürliche Ernährung. Was auf den Teller kommt, ist immer soziokulturell geformt.“ Genau darin liegt für ihn der Reiz: „Ernährung verbindet das Nützliche mit dem Sinnlichen und eröffnet einen Zugang zu gesellschaftlichen Fragen, der viele Menschen unmittelbar betrifft“, so der Soziologe.

Auch im Kontext von Klimawirkung und Konsumverhalten plädiert Kofahl für Differenzierung. Veränderungen im Ernährungssystem funktionieren nicht ohne Akzeptanz. Fehlt sie, droht aus seiner Sicht eine Form von Zwangsernährung – mit unerwünschten Rückkopplungseffekten. Kurzfristige Lösungen können dann mittelfristig neue Probleme erzeugen. Deshalb lohnt sich ein genauer Blick auf die kulturellen und sozialen Voraussetzungen von Ernährungsumstellungen.

Warum scheitert Klimakommunikation rund um Ernährung manchmal – und manchmal nicht? Für Kofahl liegt die Antwort in der Anschlussfähigkeit. Bei einigen Zielgruppen verfehlt sie ihr Ziel, weil Sprache, Ton oder Inhalte nicht zu ihren Lebensrealitäten passen. Gleichzeitig gibt es viele Menschen, bei denen das Thema sehr wohl einen Nerv trifft – insbesondere dort, wo Interesse, Offenheit und Ressourcen vorhanden sind.

Im Seminar lädt Dr. Daniel Kofahl dazu ein, Ernährung aus einer ungewohnten Perspektive zu betrachten. Teilnehmende nehmen im besten Fall neue Denkansätze mit, entdecken bislang unbeachtete Zusammenhänge und lernen, vermeintlich Selbstverständliches neu zu sehen. Es geht nicht um einfache Lösungen, sondern um Reflexion, Einordnung und ein tieferes Verständnis.

Das Seminar richtet sich an alle, die eine soziologische und kulturwissenschaftliche Auseinandersetzung mit Ernährung schätzen – ohne dabei schnelle, sozialtechnologische Antworten zu erwarten.

Mehr Informationen und Anmeldung zum Seminar gibt es hier